Auf den Spuren jüdischen Lebens –

Exkursion der 9. Klassen nach Würzburg

Ein besonderer Schultag liegt hinter den Schülern unserer 9. Klassen. Am Dienstag, den 16.12. machten sich 55 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Frau Fries, Herrn Welthe und Frau Grimm auf den Weg nach Würzburg, um jüdisches Leben nicht nur im Unterricht zu besprechen, sondern vor Ort zu erleben.

Gleich nach der Ankunft und dem Ausstieg aus dem Zug führte uns der Weg zum DenkOrt Deportationen am Würzburger Hauptbahnhof. Die dort ausgestellten Koffer und Gepäckstücke, die jeweils für einen Ort stehen, aus dem jüdische Menschen deportiert wurden, hinterließen bei vielen einen tiefen Eindruck. Besonders bewegend war für die Schülerinnen und Schüler die Erkenntnis, dass auch in unserer Heimatregion Rhön zahlreiche jüdische Gemeinden existierten. Dass die jeweiligen Gegenstücke der Gepäckstücke heute in den Herkunftsorten ausgestellt sind, machte Geschichte plötzlich ganz nah und persönlich.

Anschließend besuchten wir das jüdische Zentrum Shalom Europa. Im Museum wurden die Jugendlichen in drei geführten Gruppen durch die Ausstellung begleitet. Dabei ging es um den jüdischen Festkreis und die Lebensfeste – Themen, die im Unterricht vorbereitet worden waren, nun aber mit Leben gefüllt wurden. Die Mitarbeitenden verstanden es hervorragend, die Schülerinnen und Schüler aktiv einzubeziehen, sie zum Mitdenken anzuregen und auf ihre vielen neugierigen Fragen einzugehen. Schnell wurde klar: Judentum ist keine vergangene Religion, sondern lebendige Gegenwart.

Ein echtes Highlight war für viele der Besuch der Synagoge der jüdischen Gemeinde Würzburg. Die männlichen Schüler setzten eine Kippa auf – eine Kopfbedeckung, die zur jüdischen Gebetskleidung gehört. Alternativ konnten auch Kapuzen oder Käppis den Zweck erfüllen. Dieser Moment machte spürbar, wie wichtig Respekt und Achtsamkeit im Umgang mit religiösen Räumen und Traditionen sind.

Die Exkursion war eng in den Religions- und Ethikunterricht eingebettet und knüpft an die Inhalte des Lehrplans Evangelische Religion der 9. Jahrgangsstufe an. Dennoch zeigte sich an diesem Tag deutlich: Kein Schulbuch kann ersetzen, was ein außerschulischer Lernort vermittelt – echte Begegnungen, bleibende Eindrücke und ein tieferes Verständnis.

Zum Abschluss durften die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen Würzburg erkunden und den stimmungsvollen Weihnachtsmarkt besuchen, bevor es mit vielen Eindrücken im Gepäck wieder mit dem Zug nach Hause ging.

Dieser Ausflug war für alle Beteiligten mehr als nur eine Exkursion: Er war ein intensives Erlebnis, das Geschichte, Religion und Gegenwart miteinander verband – und gezeigt hat, wie wertvoll gemeinsames Lernen außerhalb des Klassenzimmers sein kann.

 


Seitenweise zum Erfolg: Lesewoche der IRRS verbindet Familien und sammelt fast 700 Euro für UNICEF

Mellrichstadt, 25. Juli 2025 – Die Ignaz-Reder-Realschule wurde zum literarischen Zentrum: Mit ihrer ersten Lesewoche setzte sie ein starkes Zeichen für Lesekultur und soziales Engagement. Das Ergebnis: fast 700 Euro Spenden für UNICEF.

Lesen als Familienprojekt

Vom 11. bis 18. Juli lasen die Schüler:innen der Klassen 5 bis 8 unter dem Motto „Wir lesen für den guten Zweck“. Die Aktion fand bewusst zuhause statt, um das Lesen in den Familienalltag zu integrieren. Eltern, Großeltern und Paten unterstützten die Kinder finanziell für jede gelesene Seite oder Minute.

Finale in der Schule

Am letzten Tag wurde in der Schule gemeinsam gelesen und die Lesekarten eingesammelt. Die Klassen lasen in Etappen, begleitet von Ethikgruppen, die das soziale Projekt unterstützten. Die Atmosphäre war geprägt von Stolz und Gemeinschaft.

Nachhaltiger Erfolg

Die Lesewoche förderte nicht nur die Lesekompetenz, sondern auch das soziale Bewusstsein. Insgesamt wurden fast 700 Euro für Kinder in Madagaskar gesammelt – ein wertvoller Beitrag für ihr Recht auf Bildung.