Realschüler nutzen den Heimvorteil und holen den Sieg

Peter Federlein 03. April 2017

So sehen Sieger aus:
Die Schulsanitäter der Ignaz-Reder-Realschule mit ihren Betreuern sowie Realschuldirektor Ulrich Kluge (rechts)
und Schulsanitätsdienstleiter Ralf Bötsch (Zweiter von rechts). Foto: Peter Federlein

Schüler aus 13 unterfränkischen Schulen haben sich am Freitag beim zehnten Wettbewerb im Schulsanitätsdienst in der Oskar-Herbig-Halle beteiligt. Aus Lohr, Bad Kissingen, Eltmann, Höchberg, Bessenbach, Ochsenfurt, Arnstein, Bad Brückenau, Volkach, Bad Königshofen, Hammelburg und Marktheidenfeld haben sich die Schulsanitäter den nicht so einfachen Aufgaben gestellt. In zehn Sektionen wurde Wissen abgefragt und das Know-How bei praktischen Übungen bewertet. Weil der Spaß nicht zu kurz kommen sollte, ging es zudem über den Hindernis-Parcours bei den Blindekuh-Sanitätern und der Decken-Weitwurf kam auch nicht zu kurz.

 

Praktische Übungen und ein Quiz

Als praktische Übungen wurden Verletzungen wie Schnittwunden oder gar Fingeramputationen bewertet. Bei Herzdruckmassagen und Hilfeleistungen nach einem Sturz auf der Treppe entgingen den Schiedsrichtern vom Roten Kreuz keine Fehler. Auch mit theoretischem Wissen sowie Antworten bei einem Quiz haben die Schulsanitäter gepunktet.

Die optimale Vorbereitung durch Schulsanitätsleiter Ralf Bötsch, möglicherweise auch die gewohnte Umgebung, hat den Schulsanitätern der Mellrichstädter Ignaz-Reder-Realschule zu einem hohen Sieg verholfen. 185 von 200 möglichen Punkten haben die Mellrichstädter erreicht, gefolgt von der Realschule Hammelburg, die 171,5 Punkte erreichen konnten. Mit 169,5 Punkten konnten sich die Schüler der Realschule Bad Königshofen den dritten Platz sichern.

 

Beeindruckende Leistungen

Heinrich Eckl, stellvertretender Ministerialbeauftragter für Realschulen in Unterfranken, war beeindruckt von der Dienstbereitschaft und dem Können der Schulsanitäter. Gerd Schäfer, Fachmitarbeiter für Erste Hilfe beim Ministerialbeauftragten, dankte den Organisatoren für die Ausrichtung. Dankesworte richtete Schäfer, der die Siegerehrungen vornahm, auch an die Damen und Herren vom Roten Kreuz, die für die Bewertungen an den Sektionen zuständig waren. Schäfer wies noch auf den Landeswettbewerb hin, für den sich die beiden Erstplatzierten vom 14. bis 16. Juli in Altötting qualifiziert haben.

Gleichzeitig fand im Chemiesaal der Realschule eine Lehrerfortbildung zum Thema Erste Hilfe statt. Privatdozent Dr. med. Michael Dinkel, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin an der Herz- und Gefäß-Klinik Bad Neustadt informierte unter anderem über die wiederbelebenden Maßnahmen bei der Herzdruck-Massage.

 

Schnelle Reanimation ist wichtig!

Dinkel, der in seiner Funktion als Landesvorsitzender im Bundesverband deutscher Anästhesisten in Bayern diese Fortbildung hielt, stellte die Kampagne „Leben retten. Prüfen – Rufen – Drücken“ vor. Die Reanimation durch Laien erachtet Dinkel als überaus wichtig.

Für Menschen, die einen Herzstillstand erleiden, zählt jede Sekunde. Überlebenschancen zu erhöhen, ist viel leichter als gedacht: Unter der Telefonnummer 112 gibt es Unterstützung. Damit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes keine wertvolle Zeit vergeht, sollte sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen werden, um den lebenswichtigen Blutkreislauf zu erhalten. Dabei kann man nur eines falsch machen: wegschauen und nichts unternehmen.

Dinkel wies auch auf die Internetseite www.einlebenretten.de hin, wo man sein Wissen auffrischen kann.